Juliana baut als eigene Marke keine Bikes mehr und wird in Santa Cruz integriert. Für alle, die eines fahren, bleibt die Garantie bestehen, nur der Ansprechpartner wechselt. Die größere Frage stellt sich der ganzen Szene: Was bleibt von der Idee eigener Frauenbikes?

von Robert Langer

Die Nachricht selbst ist schnell erzählt: Juliana stellt als eigenständige Marke keine Bikes mehr her und wird in Santa Cruz integriert. Auf der Juliana-Website sind keine Bikes mehr gelistet. Die Seite bleibt trotzdem online, als Informationsquelle für die bisherigen Modelle. Für neue Bikes und für den Kundensupport ist ab jetzt Santa Cruz die zentrale Anlaufstelle.

Wer ein Juliana fährt, hat damit vor allem zwei Fragen: Was passiert mit meiner Garantie? Und an wen wende ich mich, wenn etwas kaputtgeht? Die Antworten fallen erfreulich klar aus.

Was sich für Besitzerinnen ändert

Die Juliana-Website verweist für Support, Garantie und das Markenarchiv auf Santa Cruz. Bestehende Rahmengarantien gehen auf Santa Cruz über. Eine Garantie verfällt also nicht, es ändert sich nur, wer zuständig ist: Erste Adresse ist künftig Santa Cruz beziehungsweise der Santa-Cruz-Händler.

Dazu kommt ein technischer Punkt, der zusätzlich beruhigt. Juliana-Bikes nutzten dieselben Rahmen wie ihre Santa-Cruz-Gegenstücke. Das Juliana Maverick etwa basierte auf dem Santa Cruz Hightower. Unterschiede gab es bei der Lackierung, bei Dämpfern, die auf leichtere Fahrerinnen abgestimmt waren, bei schmaleren Lenkern sowie bei Damensätteln und Damengriffen.

„Die Garantie verfällt nicht. Es wechselt nur der Ansprechpartner.“
Das Wichtigste für Juliana-BesitzerinnenGarantie: läuft weiter. Ansprechpartner ist jetzt Santa Cruz beziehungsweise der Santa-Cruz-Händler.
Modellinfos: bleiben auf der Juliana-Website abrufbar.
Technik und Ersatzteile: Technisch entsprechen die Bikes Santa-Cruz-Modellen. Ersatzteile wie Rahmenteile laufen über dieselbe Plattform.

Ein Name mit Geschichte

Die Geschichte von Juliana beginnt 1999. Damals brachte Santa Cruz ein frauenspezifisches Modell namens Juliana heraus, benannt nach Juli Furtado. Santa Cruz beansprucht für sich, damit das weltweit erste frauenspezifische Mountainbike gebaut zu haben. 2013 wurde aus dem Modell eine eigenständige Schwestermarke mit eigener Modellpalette. 2015 übernahm Pon Juliana zusammen mit Santa Cruz.

Das Prinzip blieb über die Jahre erkennbar: gleiche Rahmen wie bei Santa Cruz, dazu eine Abstimmung und Kontaktpunkte, die auf Fahrerinnen zugeschnitten waren. Am Rande: Die Social-Media-Kanäle von Juliana wurden seit Ende 2025 nicht mehr gepflegt.

Was Juliana und Santa Cruz sagen

Juliana sieht in der Integration laut eigenem Statement eine größere Bühne, um Frauen und Femme-Rider weiter zu unterstützen. Santa Cruz will dieses Engagement unter eigenem Namen fortführen.

Was noch offen ist

  • Ob Juliana-spezifische Ausstattungen wie Dämpfer-Tune, Lenker und Sattel oder die Farbvarianten künftig unter dem Santa-Cruz-Label angeboten werden, ist offen.
  • Wie Santa Cruz das Engagement für Frauen konkret fortführt, etwa mit Teams, Events oder Modellen, ist bislang nicht bekannt.
  • Verkaufszahlen oder Gründe jenseits des offiziellen Statements sind nicht belegt. Wir spekulieren deshalb nicht darüber.

Was von der Idee bleibt

Warum dieser Schritt jetzt kommt, lässt sich über das offizielle Statement hinaus nicht belegen. Klar ist: Mit Juliana verschwindet ein Name, der seit 1999 für frauenspezifische Mountainbikes steht.

Die Idee dahinter verschwindet damit nicht automatisch. Bei Juliana bestand sie technisch aus Abstimmung und Kontaktpunkten: Dämpfer für leichtere Fahrerinnen, schmalere Lenker, passende Sättel und Griffe. Das sind Dinge, die grundsätzlich auch unter einem anderen Label funktionieren können. Ob Santa Cruz sie künftig anbietet, ist allerdings genau die offene Frage.

Und damit landet die Diskussion bei euch: Braucht es eigene Frauenmarken, mit eigenem Namen, eigener Optik und eigener Ansprache? Oder reichen einfach bessere Größen und eine passende Abstimmung, egal welches Logo auf dem Unterrohr steht?

Schreib uns deine Meinung in die Kommentare unter dem YouTube-Video zu diesem Artikel auf dem Kanal der Radical Life Studios. Wir lesen mit und greifen die Diskussion auf.

Kurzurteil: Offene Frage: Wie führt Santa Cruz das Engagement für Fahrerinnen konkret fort?

Published by Radical Life Studios / MTB Report


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