Die Stadt Isny übernimmt den Liftbetrieb an der Felderhalde für drei Jahre. Für den Sommer ist die Tür offen: Die Strecken der Max Wild Arena sind noch da, die Stadt würde eine Verpachtung begrüßen. Was fehlt, ist ein Betreiber. Und Unterstützung aus der Region.

von Robert Langer

Im Mai haben wir hier über das Aus des Bikeparks in der Max Wild Arena berichtet. Die Reaktionen aus der Community waren deutlich, die Petition für den Erhalt der Arena hat inzwischen fast 3.000 Unterschriften gesammelt. Jetzt gibt es Bewegung an der Felderhalde, und zwar in die richtige Richtung.

Der Isnyer Gemeinderat hat in einer Sondersitzung mit knapper Mehrheit beschlossen: Die Stadt übernimmt den Liftbetrieb an der Felderhalde selbst, zunächst für eine dreijährige Testphase. Der Winter ist damit erst einmal gesichert. Und für den Sommer zeichnet sich eine Chance ab, über die wir am Telefon mit der Stadt gesprochen haben.

Was die Stadt beschlossen hat

Die Max Wild Arena hatte der Stadt bereits im Frühjahr mitgeteilt, dass sie den Liftbetrieb abgeben will. Danach folgten intensive Gespräche, moderiert von Claus Fehr. Ein Angebot, die Liftanlagen zu kaufen, lehnte die Stadt ab. Geeinigt hat man sich stattdessen auf einen dreijährigen Testbetrieb im Winter, bei dem die Stadt die nötigen Anlagen mietet. Die Vertragsunterzeichnung soll zeitnah folgen.

Die Betriebsleitung übernimmt Marc Rudhart, der den Liftbetrieb einst mit seinem Vater Hans Rudhart aufgebaut hat und über seine Schneesportschule seit Jahren mit dem Hang verbunden ist. Im Rathaus koordiniert Pressereferent Michael Panzram das Projekt. Tatkräftige Hilfe kommt vom WSV Isny um den Vorsitzenden Hannes Mechler.

Bürgermeister Rainer Magenreuter macht keinen Hehl daraus, dass die Entscheidung angesichts der städtischen Finanzlage nicht leicht war. Gefallen ist sie trotzdem, auch wegen des Drucks aus der Bevölkerung: Petition, Unterschriftenaktion der Anwohner und die Aktion „Kids for Felderhalde“ haben gezeigt, wie sehr die Isnyer an ihrem Hausberg hängen.

„Die Felderhalde ist ein fester Bestandteil der Identität von Isny.“Rainer Magenreuter, Bürgermeister der Stadt Isny

Und der Sommer? Die Lines warten

Für uns Biker ist die spannende Frage natürlich, was zwischen Frühjahr und Herbst passiert. Die Antwort aus dem Rathaus fällt ehrlich aus: Der bisherige Betreiber hat kein Interesse, den Bikepark weiterzuführen. Das Thema ist damit aber nicht erledigt, im Gegenteil.

Die Strecken sind laut Stadt nach wie vor vorhanden. Wer zuletzt oben war, wird sie trotzdem nicht ganz im Originalzustand vorfinden: Auf dem Hügel hat sich reichlich Kuhmist angesammelt. Allgäuer Landwirtschaft eben. Mit etwas Pflege und Schaufel ist das aber ein lösbares Problem, kein Grund zum Abschreiben.

Viel wichtiger ist die Haltung der Stadt: Eine Weiterverpachtung für den Sommer sieht man dort ausdrücklich positiv. Der Bikeparkbetrieb lief in den vergangenen Jahren reibungslos, und genau das ist ein starkes Argument für jeden, der hier einsteigen will.

Die Stadt würde eine Verpachtung für den Sommer begrüßen. Der Bikeparkbetrieb lief reibungslos.Sinngemäß aus unserem Gespräch mit der Stadtverwaltung Isny

Betreiber gesucht: So geht der Kontakt

Die Stadt und der bisherige Betreiber sind offen für Interessenten. Gesucht ist ein professioneller Betreiber, der den Sommerbetrieb mit Bikepark übernimmt. Wer ernsthaft Interesse hat, hat zwei Wege:

  • Über die Stadtverwaltung Isny: Die Verwaltung leitet Interessenten weiter. Kontakt über felderhalde@isny.de.
  • Direkt an die Familienlifte Isny GmbH, laut Stadt ebenfalls offen für Gespräche.

Ein Bikepark so nah an der Stadt heißt auch: Nachbarschaft. Ein guter Draht zu Anwohnern und Stadt gehört hier zum Job dazu. Die Grundlage dafür ist da, denn genau dieses Miteinander hat in den letzten Jahren funktioniert.

Auch beim bisherigen Betreiber haben wir nachgefragt, unter anderem, was mit den Strecken passiert und unter welchen Voraussetzungen ein Nachfolger übernehmen könnte. Eine Antwort lag bis zur Veröffentlichung nicht vor. Sobald sie kommt, reichen wir sie hier nach.

Warum Isny etwas Besonderes ist

Bikeparks liegen in der Regel dort, wo die Berge groß und die Täler eng sind. Isny ist anders: Die Felderhalde liegt am Stadtrand, also praktisch in der Stadt. Kein Hochgebirgsausflug, kein Tagestrip mit Bergbahn und Passstraße. Man rollt quasi aus dem Ort an den Hang.

Gerade für Einsteiger, Familien und Kids ist das Gold wert. Hier lernt man die ersten Sprünge und Anlieger, ohne gleich einen ganzen Urlaubstag einzuplanen. Mit Flow Line, Pro Line und der Strecke Wilde Kerle gab es Angebote für unterschiedliche Könnensstufen. So einen Spot gibt es in Deutschland kaum ein zweites Mal, und das macht ihn auch für einen Betreiber interessant.

Mitmachen: Jetzt spenden

Bürgermeister Magenreuter sagt es offen: Die Stadt ist auf Unterstützung angewiesen, vor allem finanziell. Große und kleine Spenden sind nicht nur willkommen, sie sind dringend notwendig. Hier können wir als Community ganz konkret etwas tun.

Ja, das Spendenkonto dient dem Liftbetrieb, also zunächst dem Winter. Wir rufen trotzdem ausdrücklich dazu auf, und zwar alle, die sich mit der Felderhalde verbunden fühlen, ob auf Ski, Schlitten oder Bike. Jede Spende hält den Hang am Leben. Und jede Spende zeigt schwarz auf weiß, wie wichtig der Betrieb den Menschen in Isny und der Region ist. Genau dieses Signal braucht auch ein künftiger Sommerbetreiber, bevor er investiert.

Spendenkonto der Stadt Isny
Volksbank Allgäu-Oberschwaben
IBAN: DE27 6509 1040 0070 8480 09
BIC: GENODES1LEU
Verwendungszweck: „Förderung des Sports an der Felderhalde“
Eine Spendenbescheinigung ist laut Stadt möglich.

Wer lieber anpackt als überweist: Ehrenamtliche Helfer sind ebenfalls gefragt. Meldet euch einfach per Mail an felderhalde@isny.de.

Hat der Bikepark eine Zukunft?

Die Voraussetzungen sind erstaunlich gut. Der Lift läuft weiter, die Strecken liegen noch am Hang, die Stadt ist offen und der bisherige Sommerbetrieb hat ohne Ärger funktioniert. Isny hat damit etwas, wovon andere Orte nur träumen: einen Bikepark-Hang mitten im Alltag der Menschen.

Was fehlt, ist jemand, der den Sommer in die Hand nimmt. Das ist keine kleine Aufgabe, aber eine mit echter Ausgangsbasis. Und je deutlicher die Region jetzt zeigt, dass sie hinter der Felderhalde steht, desto leichter fällt einem Betreiber die Entscheidung.

Wir bleiben dran und berichten, sobald es Neuigkeiten gibt.

Kurzurteil: Offene Frage: Wer übernimmt den Sommer an der Felderhalde?

Published by Radical Life Studios / MTB Report


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