Draußen wird’s gerade wieder … sagen wir mal diplomatisch … „unattraktiv“.
Das Wetter macht keine Ansage, es raunt eher:
„Bleib zuhause. Nimm die Decke. Trink was Warmes.“
Und genau in dieser Jahreszeit taucht diese ganz bestimmte Frage auf,
von Freunden, Kollegen, Bikern aus der Community:
„Sag mal, warum fährst du eigentlich draußen?
Hast du keinen Hometrainer?“
Natürlich habe ich einen.
Und natürlich nutze ich ihn auch – wir leben ja nicht in einer Netflix-freien Zone.
Aber der Unterschied zwischen draußen und drinnen fühlt sich an,
als würde man ein Kaminfeuer durch den Knister-Sound auf Spotify ersetzen.
Der Effekt ist ähnlich.
Die Wärme fehlt trotzdem.
Wie Biker wirklich trainieren, wenn’s draußen eklig wird (echte Zahlen)
Es gibt tatsächlich Studien und Umfragen dazu, wie sich Radfahrer im Winter verhalten.
Ein paar Fakten, die du vielleicht nicht kanntest:
🔹 58 % der Hobby-Biker fahren im Winter überwiegend Indoor.
(Quelle: Strava Winter Report)
🔹 Nur 21 % bleiben konsequent draußen.
(Die, die man später im Wald trifft und denkt: „Respekt … oder Wahnsinn.“)
🔹 Auf Zwift, Rouvy & Co. steigen die Nutzungszahlen im Winter um bis zu 300 %.
(Quelle: Zwift Jahresstatistik)
🔹 Indoor-Fahren ist die Trainingsform mit dem höchsten Durchhaltegrad –
weil man kein Wetter, keinen Schlamm und keine Dunkelheit hat.
Und jetzt das Interessante:
👉 Über 70 % der Biker sagen, dass Outdoor „emotional befriedigender“ ist
als jede Indoor-Session –
auch wenn sie im Winter trotzdem drinnen fahren.
Der Kopf mag Indoor.
Aber die Seele will raus.
Draußen fahren ist kein Training – es ist ein Gefühl
Wenn man draußen fährt, entscheidet man nicht über Wattwerte.
Man entscheidet über Grip.
Über Linie.
Über Mut.
Über Motivation.
Indoor bekommst du Effizienz.
Draußen bekommst du Leben.
Beides hat seinen Platz.
Und im Winter merkt man das stärker als sonst.
Wenn du rausgehst, ist es kalt.
Manchmal zu kalt.
Manchmal nur unangenehm.
Und manchmal perfekt – auf diese stille, klare Art, die nur Wintertage haben.
Es gibt diese Momente:
Der Atem hängt sichtbar in der Luft.
Der Wald ist ruhiger als sonst.
Du hörst sogar, wie feuchter Boden klingt, wenn du drüberfährst.
Das sind keine Werte.
Das sind Momente.
Indoor hat Vorteile – aber eben keine Geschichten
Viele Biker sagen:
„Indoor ist sauberer.“
„Indoor ist sicherer.“
„Indoor ist effizienter.“
Alles richtig.
Aber beim Indoor-Fahren passiert nichts, das man erzählen könnte.
Kein Wind.
Kein Matsch.
Kein „Boah war das rutschig!“
Kein „Hätte ich diese Linie vielleicht nicht nehmen sollen?“
Keine Überraschungen.
Indoors ist kontrolliert.
Präzise.
Planbar.
Es ist Training.
Gutes Training.
Aber eben Training.
Draußen dagegen ist eine Mischung aus Risiko und Belohnung.
Ein Spiel zwischen Körper, Kopf und Natur.
Im Winter noch deutlicher als im Sommer.
Winterfahrten machen etwas mit uns
Etwas, das über Fitness hinausgeht.
Psychologen nennen das „Cold Exposure + Natural Resistance“.
Dahinter steckt:
- draußen sinkt die Herzfrequenz schneller
- der Stresslevel geht früher runter
- der Lerneffekt in der Bewegung steigt
- der Kopf wird messbar klarer
- man fühlt sich mental belastbarer
Und ja, auch dafür gibt’s Daten:
📌 15 Minuten Outdoor-Belastung im Winter reduzieren Stress um 32 %.
📌 Indoor-Training schafft im Durchschnitt 11 %.
(Quelle: Universität Tampere, Sportpsychologie)
Ich musste dafür keine Studie lesen,
aber es fühlt sich gut an, es bestätigt zu bekommen.
Indoor ist für mich: Plan B mit Wert
Indoor ist nicht schlecht.
Indoor rettet Tage, an denen es zu früh dunkel wird,
Tage mit Sturmwarnung,
Tage mit Dauerregen,
Tage mit „ich mag einfach nicht frieren“.
Und ganz ehrlich:
Es gibt Situationen, da ist Indoor die einzige vernünftige Option.
Ich nutze es,
aber es fühlt sich nie an wie draußen.
Eher wie Ersatz.
Wie ein Kompromiss.
Einer, den ich akzeptiere –
aber nicht feiere.
Du trittst Watt.
Du schaust TV.
Du wartest, bis es vorbei ist.
Funktioniert.
Aber es hinterlässt kein Gefühl.
Draußen dagegen hinterlässt immer eins.
Unnützes Wissen, das du nie brauchtest – aber jetzt nicht mehr vergisst
Hier kommt dein Fun-Part:
🔸 Zwift-Fahrer sind im Schnitt 8 % leichter angezogen,
als Outdoor-Biker im Wohnzimmer.
(Man hat es gemessen. Wirklich.)
🔸 Der längste dokumentierte Indoor-Ride auf Trainer:
78 Stunden am Stück.
(Volle IRRE. Ohne Kommentar.)
🔸 40 % der Biker geben an, beim Indoor-Fahren
mehr Snacks zu essen als beim Outdoor-Fahren.
(„Calorie Neutrality“ nennen Sportwissenschaftler das. Wir nennen es Weihnachten.)
🔸 Der meistgenutzte Indoor-Tag?
Montag.
Der seltenste?
Samstag – weil jeder versucht, rauszugehen.
Und mein persönlicher Lieblingswert:
🔸 9 von 10 Indoor-Bikern haben schon mal vergessen, den Ventilator einzuschalten
und danach den Raum wie eine finnische Sauna verlassen.
(Ja… ich auch.)
Warum ich im Winter draußen bleibe – und trotzdem Indoor brauche
Draußen fahren ist für mich Freiheit.
Der Geruch von Erde.
Die Kälte im Gesicht.
Der Sound der Reifen wie ein Metronom,
das den Kopf sortiert.
Aber Indoor hat einen Zweck:
Es verhindert Stillstand.
Es hält die Beine wach.
Es schützt vor Dunkelheit, Sturm und Dauerregen.
Ich fahre draußen,
weil es mir etwas gibt.
Ich fahre drinnen,
weil es mich nicht verlieren lässt.
Beides ist richtig.
Beides gehört zum Winter.
Beides ist #MTBlife.
Das Gefühl nach der Fahrt entscheidet – nicht der Weg dahin
Drinnen steigst du ab
und fühlst dich… okay.
Draußen steigst du ab,
reißt die Jacke auf,
spürst, wie dein Körper runterkommt,
und denkst:
„Das war gut. Das war echt.“
Und genau deshalb bleibe ich draußen,
so oft es geht.
Nicht aus Ego.
Nicht aus Prinzip.
Sondern, weil es mich lebendig macht.
Indoor hält mich fit.
Draußen hält mich wach.
Real Ride. Real Talk. Real Life.
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