Es gibt Rennen. Und dann gibt es die Megavalanche.
Seit 1995 findet das Mountainbike Downhill-Rennen alljährlich in Alpe d’Huez in den französischen Alpen statt, mit bis zu 2.000 Teilnehmern aus rund 30 Ländern auf einer Strecke von ca. 20 Kilometern und einem Höhenunterschied von 2.600 Metern. Kein Einzelzeitfahren, kein gesittetes Nacheinander. Massenstart. Hunderte von Fahrern gleichzeitig, alle auf denselben Trail, alle mit demselben Ziel.
Der Start liegt auf 3.330 Metern über dem Meeresspiegel auf dem Sarenne-Gletscher, das Ziel in Allemond gut 2.600 Höhenmeter tiefer. Wer noch nie dabei war, kann sich das kaum vorstellen: Der Startschuss fällt auf einem Gletscher, die ersten Meter führen über Schnee und Eis, und wer in der ersten Kurve die falsche Linie erwischt, verliert Positionen, die er im Rest des Rennens kaum noch aufholen kann.
Die Abfahrt beginnt auf dem Pic Blanc auf 3.330 Metern, und nicht selten muss auf dem ersten Abschnitt der Abfahrt auf Schnee gefahren werden. Beim Speichersee beginnt dann das Singletrail-Spektakel, anfänglich noch ruppig, wird er immer flüssiger und führt quer durch die steilen Bergflanken. Zwischendrin gibt es flache Stücke, wo die Beine brennen, Ansiege, wo der Puls explodiert, und technische Passagen, die auf frischen Beinen schon anspruchsvoll wären, nach einer Stunde im Rennen sind sie gnadenlos.
Kilian Bron — Der Mann mit der Kamera und dem Flow
Kilian Bron ist viermaliger Mountain-of-Hell-Gewinner (2018, 2019, 2021, 2023) und zweimal Zweiter bei der Megavalanche (2019 und 2021). Der Andorra-basierte Enduro- und Freeride-Fahrer ist aber nicht nur schnell, er ist auch einer der kreativsten Köpfe im MTB-Content-Bereich. Seine Videos haben einen unverwechselbaren Stil: cineastisch, ruhig, durchkomponiert. Und trotzdem immer mit dem echten Renngefühl drin.
Bei der Ausgabe 2024 lief es nicht ganz nach Plan. Aufgrund der Wetterbedingungen startete das Finalrennen nicht vom eigentlichen Gipfel, was für Bron, der gewohnt ist, ganz vorne zu starten, naturgemäß frustrierend war. Die Schneebedingungen dieser Edition machten es zusätzlich schwieriger. Dennoch: Das Training lief gut, und genossen hat er die Megavalanche trotzdem.
Was bleibt, ist dieser Full Run, über 20 Kilometer, ein Gletscher, Singletrail, Ansiege, Geröll, Wald, und ein Fahrer, der das alles mit einer Lässigkeit runterzieht, die man sich kaum erklären kann.
Das Video
Hier ist Kilians kompletter Lauf. Einfach laufen lassen.
Die Megavalanche 2025 findet übrigens vom 4. bis 6. Juli 2025 statt und feiert damit ihr 30-jähriges Jubiläum. Falls jemand schon mal mit dem Gedanken gespielt hat: Der Startschuss auf dem Gletscher wartet auf niemanden.
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