Ein Trail, den man nicht wirklich sucht – sondern findet
Wenn du im Stuttgarter Stadtgebiet unterwegs bist, rechnest du nicht mit einem Downhill-Trail.
Nicht mit Sprüngen.
Nicht mit Anliegern.
Nicht mit einer Strecke, die dich in weniger als zwei Minuten aus dem Alltag reißt.
Aber genau das ist der Woodpecker.
Versteckt unterhalb des Albplatzes in Degerloch,
hoch über den Dächern von Heslach,
liegt eine der ungewöhnlichsten Strecken Deutschlands:
ein legaler Downhill-Trail, mitten im städtischen Grün,
offiziell genehmigt, von der Stadt betreut –
und trotzdem roh, wild und ehrlich genug,
um jeden einmal wachzurütteln.
Der erste Eindruck – und warum man sofort lächeln muss
Der Einstieg liegt unscheinbar da.
Ein Schild.
Ein paar Meter Wald.
Keine große Bühne, keine laute Präsentation.
Man rollt an, lässt das Bike arbeiten, nimmt die ersten kleinen Kanten mit
– und plötzlich merkt man:
Okay. Der meint es ernst.
Der Woodpecker ist nicht länger als ein guter Song.
Aber er hat diesen Flow,
diese Energie,
diese „Komm, wir machen das jetzt“-Stimme im Wald.
Man spürt sofort:
Das hier ist kein Spielplatz.
Das ist eine Einladung.
Eine Einladung, kurz alles hinter sich zu lassen.
Ein Trail zwischen Stadt und Stille
Ich mag die Atmosphäre dort oben.
Du hörst in der Ferne den Verkehr,
und zugleich liegt der Wald wie ein eigener Raum um dich.
Die Luft ist still.
Der Boden hat leichte Neigung,
und der Trail zieht sich wie ein Band den Hang hinunter.
Stuttgart wirkt plötzlich nicht wie eine Stadt,
sondern wie ein großer Park,
dessen bestes Geheimnis direkt im Hang versteckt liegt.
Es ist dieser Kontrast, der den Woodpecker besonders macht:
Du startest im Stadtteil Degerloch
und landest in Heslach —
aber zwischendrin fühlst du dich,
als wärst du irgendwo im Schwarzwald.
Der Flow – schnell, fordernd, aber fair
Der Woodpecker hat rund 27 Hindernisse.
Nicht übertrieben gebaut.
Nicht steril.
Sie passen in die Landschaft,
fühlen sich organisch an,
und haben diesen perfekten Mix aus Fun und Respekt.
Viele Elemente sind rollbar,
was ihn auch für weniger harte Fahrer interessant macht.
Aber sobald du Speed reinbringst,
merkst du sofort, wie gut die Strecke gebaut ist:
Die Anlieger tragen dich,
die Wellen schieben dich,
die Sprünge verlangen eine klare Entscheidung,
und der Wald zieht in Streifen an dir vorbei.
Es ist eine Minute,
vielleicht etwas mehr.
Aber diese Minute ist intensiver
als manches, was du auf 600 Höhenmetern erlebst.
Der Woodpecker ist ehrlich – und das ist selten
Der Trail gibt dir genau das,
was du reinsteckst.
Fährst du zögerlich,
nimmt er dir das Tempo weg.
Fährst du mutig,
schiebt er dich in einen Rhythmus,
der dich fast überrumpelt.
Er ist nicht gefährlich.
Aber er fordert dich.
Und diese Ehrlichkeit ist selten geworden.
Viele Trails sind heute weichgespült,
versichert, abgesichert, entschärft.
Der Woodpecker?
Der sagt einfach:
„Zeig, wie du fährst.“
Und das fühlt sich gut an.
Stuttgart hat etwas geschafft, wovon viele Städte träumen
Was ich an diesem Trail besonders liebe,
ist die Tatsache, dass er existiert.
Mitten in einer Großstadt.
Offiziell.
Legal.
Betreut.
Mit klaren Regeln und klarer Verantwortung.
Andere Städte reden darüber.
Stuttgart hat’s gemacht.
Der Woodpecker ist Beweis dafür,
dass Mountainbiken nicht der Feind des Waldes ist –
sondern Teil davon sein kann,
wenn man es richtig macht.
Und er zeigt,
dass urbane Trails funktionieren,
wenn man Mut hat.
Fahre ihn einmal – und du verstehst, warum er Kult geworden ist
Der Woodpecker ist nicht der längste Trail.
Nicht der spektakulärste.
Nicht der technisch extremste.
Aber er hat Charakter.
Und Charakter gewinnt.
Immer.
Er ist ein kleiner Trail,
der große Gefühle auslöst.
Ein urbanes Abenteuer.
Ein schneller Kick.
Ein Mini-Kurzurlaub.
Ein Trail, der zeigt:
Manchmal braucht es keine Berge.
Manchmal reichen ein Hang,
ein Waldstück
und ein gutes Stück Herz von ein paar Leuten,
die wissen, wie man eine Strecke baut.
Wenn du in Stuttgart bist – fahr ihn
Nicht, um dich zu beweisen.
Nicht, um Rekorde zu jagen.
Sondern um zu erleben,
wie sich eine Stadt anfühlt,
wenn sie Mountainbiken wirklich versteht.
Der Woodpecker ist ein Kompliment an uns Fahrer.
Ein „Wir haben euch nicht vergessen.“
Ein „Hier, das gehört euch.“
Und genau deshalb mag ich ihn.
Real Ride.
Real Talk.
Real Life.
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