Die Mountainbike-Welt steht in Bewegung.
Während einige Hersteller mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpfen, entstehen überall neue Trails, Bikeparks und Gemeinschaftsprojekte.
Der Markt konsolidiert sich – aber die Szene wächst.

YT Industries: Zurück zu den Wurzeln

Die Schlagzeile des Monats kam aus Forchheim: Markus Flossmann, Gründer von YT Industries, hat seine Marke zurückgekauft.
Nach Monaten der Unsicherheit und einer Phase der Eigenverwaltung wagt er den Neustart – mit eigenem Kapital und klaren Worten.
Im Forum von MTB-News.de beantwortete Flossmann Fragen der Community, sprach über Fehlentscheidungen, Investorendruck und seinen Plan, das Vertrauen zurückzugewinnen.

Er erklärte offen, dass der Hauptinvestor die Finanzierung gestoppt habe und viele Übernahmeangebote untragbar gewesen seien.
Schließlich habe er sich entschieden, die Verantwortung wieder selbst zu übernehmen.
Offene Bestellungen sollen erfüllt oder erstattet werden – und vor allem soll wieder das entstehen, wofür YT einst stand: Bikes built for good times.

Ein mutiger Schritt in einem Markt, der sich gerade neu sortiert.

Konsolidierung und Wandel

Die Fahrradindustrie steckt mitten in einer Umbruchphase.
Viele Marken reduzieren ihr Portfolio, Lagerbestände drücken auf die Bilanz, Investoren ziehen sich zurück.
Doch während einige straucheln, beweisen andere, dass Beständigkeit kein Zufall ist.

Cube bleibt stabil – solide Technik, faire Preise und Produktion in Bayern.
Santa Cruz steht für Qualität und Vertrauen, Specialized setzt weiterhin Maßstäbe bei Innovation und smarten E-Antrieben.
Orbea zeigt mit seinem genossenschaftlichen Modell, dass Gemeinschaft stärker sein kann als Kapital.
Und Voodoo, die kleine britische Marke, findet mit ehrlichen, robusten Bikes ihre Nische – ohne Marketing-Show, aber mit Herz.

Marken wie Trek, Propain, Focus oder Commencal zeigen ebenfalls, dass Flexibilität und Nähe zur Community wichtiger sind als reine Wachstumsziele.

Trailboom und Ehrenamt: Bewegung von unten

Parallel zum Marktgeschehen wächst eine Bewegung, die nichts mit Zahlen zu tun hat:
Überall entstehen neue Trails, Bikeparks und legale Strecken – oft durch ehrenamtliches Engagement und mit Unterstützung der Kommunen.

Ein Beispiel: In Böhmenkirch auf der Schwäbischen Alb entsteht ein neuer Bikepark am Treffelhausener Skihang.
Die Idee kam von einem Vater und seinem Sohn, umgesetzt wird sie gemeinsam mit Trailbauer Benedikt Durnberger.
Nach einer langen Planungsphase fiel jetzt die einstimmige Entscheidung im Gemeinderat: Grünes Licht für den Bau.

Solche Geschichten zeigen, wie stark die Szene geworden ist.
In Österreich und der Schweiz sieht es ähnlich aus: Trailprojekte in Tirol, Nauders oder Graubünden verbinden Freizeit, Tourismus und Naturschutz.

Mountainbiken wird längst nicht mehr als Störfaktor gesehen, sondern als Chance für Regionen, Wirtschaft und Gemeinschaft.

Globaler Trend: Ride Together

Weltweit wächst die MTB-Kultur.
In Kanada, Neuseeland oder Slowenien entstehen neue Parks und Flowtrails, oft initiiert von Freiwilligen und gefördert durch lokale Behörden.
Was früher Nischensport war, ist heute Teil moderner Outdoor-Kultur: gesund, nachhaltig und verbindend.

Selbst große Städte investieren inzwischen in legale Trail-Infrastruktur –
ein deutliches Zeichen, dass das Mountainbiken gesellschaftlich angekommen ist.

Ausblick 2026: Aufbruch statt Abstieg

2026 wird zum Jahr des Aufbruchs.
Die Industrie steht vor Herausforderungen, ja – aber die Szene ist lebendiger als je zuvor.
Marken, die auf Haltung und Authentizität setzen, werden gestärkt aus dieser Zeit hervorgehen.
Und während sich die Konzerne neu sortieren, schreiben Ehrenamtliche, Trailbauer und Communities weltweit die Zukunft des Sports.

Mountainbiken bleibt das, was es immer war:
Freiheit, Bewegung, Leidenschaft.
Und ein bisschen Rebellion gegen das Stillstehen.

🎧 MTB Report – News mit Emotionen. Von den Radical Life Studios.
think radical – lebe radikal.


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