MTB-Fahren ist Leidenschaft, Abenteuer und Technik in Perfektion – aber genauso wie dein Körper nach intensiven Trails eine Auszeit braucht, verdient auch dein Mountainbike hin und wieder eine Wellness-Behandlung. In diesem Artikel erfährst du, wie du deinem Bike die perfekte Pflege zukommen lassen kannst und dabei vielleicht auch ein bisschen Spaß hast.

Warum Bike-Pflege so wichtig ist

Jeder Trail, jedes Schlagloch und jeder Regenschauer hinterlässt Spuren an deinem geliebten Zweirad. Vernachlässigte Pflege kann nicht nur die Lebensdauer deiner Komponenten verkürzen, sondern auch deine Performance und Sicherheit beeinträchtigen. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit und ein paar gezielten Maßnahmen fühlt sich dein Bike an wie neu – und du wirst es auf den Trails merken.

Winter ist Wartungszeit – ein gepflegtes Bike ist ein treuer Begleiter

Wer im Winter eine Bikepause macht, sollte das Bike nicht „wie immer“ behandeln. Eine gründliche Reinigung und Schutz vor Korrosion sind Pflicht! Der Hersteller gibt hierzu oft Tipps, die in der Realität nicht umsetzbar sind. Klar ist auch: Selbst das beste und wasserresistenteste Bike mag kein Wasser. Carbonbikes leiden unter „Kontaktkorrosion“ – Mechanik aus Stahl oder Alu ebenso. Dabei ist es egal, wie hochwertig das Material ist. Denn „rostfreier“ Stahl ist nicht vollständig frei von Korrosion. Gerade dort, wo verschiedene Verbundstoffe eingesetzt werden, kann sich an nicht einsehbaren Bereichen Korrosion ausbreiten. Dies ist im nächsten Sommer zwar nicht sichtbar, doch das Risiko für Ausfälle und Defekte steigt dann extrem.

Wichtig! Dein Bike mag kein WD-40 oder andere Kriechöle. Auch wenn diese als Wundermittel gelten, sollten sie nicht zur Reinigung angewendet werden. Hochwertige Öle und Reinigungsmittel findest du bei deinem Händler vor Ort. Ich kann nur abraten, einfach etwas online zu bestellen. Wenn du das vorhast, lies bitte erst Testberichte oder hol dir eine Empfehlung. Denn es gibt viel Zeug auf dem Markt, das eher schadet als „wartet“.

So geht’s: Der Spa-Tag für dein Bike

1. Die Vorbereitung: Alles, was du brauchst

Sorge für die richtige Atmosphäre! Stelle dein Bike auf einen Montageständer und lege dir alles bereit. Wenn Du keinen hast, besorge dir einen! Die Investition ist günstig und zahlt sich um ein Vielfaches aus!:

  • Warmes Wasser und einen sanften Reiniger.
  • Weiche Bürsten und ein Mikrofasertuch.
  • Schmiermittel für die Kette.
  • Ein Multitool und eine Luftpumpe.
  • Optional: Musik – Wellness für dich während des Spa-Tags.

2. Der große Frühjahrsputz

Beginne mit einer Gründreinigung. Entferne Schlamm und Schmutz sorgfältig, besonders an den Gelenken und der Kette. Tipp: Nutze spezielle Reinigungsbürsten für schwer zugängliche Stellen wie das Schaltwerk oder die Kassette.

3. Massieren und Schmieren

Nach der Reinigung ist Schmierung das A und O. Trage ein hochwertiges Schmiermittel auf die Kette auf und lass es einziehen. Bewege die Kette dabei durch alle Gänge, um eine gleichmäßige Verteilung sicherzustellen.

4. Komponenten-Check: Die kleine Inspektion

Prüfe alle Schrauben auf festen Sitz, kontrolliere die Bremsbeläge und schau dir die Reifen auf Verschleiß oder Beschädigungen an. Ein früher Check spart später große Reparaturen.

5. Der Feinschliff: Polieren und Pflegen

Ein Mikrofasertuch und etwas Politur lassen den Rahmen wie neu aussehen. Wenn du Zeit hast, kannst du auch die Gabel und Dämpfer leicht einfetten, um die Beweglichkeit zu erhalten.

6. Reifen

Egal wie Du Dein Bike lagerst! Willst Du in der nächsten Saison wieder mit dem gleichen Radsatz starten, ist es wichtig, den Reifendruck leicht zu erhöhen. Denn auch Bikereifen können Standplatten und Verformungen bekommen. Ganz wichtig: Silikonspray hat an den Reifen nichts zu suchen. In den Sprays sind andere Zusatzstoffe, die das Gummi angreifen und oftmals schneller altern lassen. Wenn Du Deinen Reifen vor Alterung schützen willst, kannst du an der Seitenwand Silikonpaste einpolieren. Und klar, auf dem Profil hat dieses Zeug nichts zu suchen! Besser: Gönn dir im Frühjahr einen neuen Reifensatz. Auch diese Investition. Du belohnst dich dann mit bestem Grip und weniger Risiko für einen Plattfuß.

7. eMTB Akku

E-Bikes und E-MTBs benötigen etwas mehr Liebe. Du hast den Akku zur Reinigung auch ausgebaut und nach Herstellerangaben gereinigt. Hier musst Du Dich streng an die Angabe halten! Eine Reinigung und Pflege ist essenziell. Auch zur Lagerung sind die Herstellerangaben einzuhalten. Grundsätzlich gilt, der Akku darf nicht voll und auch nicht leer eingelagert werden. Die Temperatur sollte nicht unter dem Gefrierpunkt sein. Naja und es sollte klar sein, dass es auch nicht zu warm ist. Die Ladung sollte bei 50 % liegen. Auch hier gibt es verschiedene Herstellerangaben. 50 % liegt meistens in der Range der Hersteller.

Extra-Tipp: Lass’ dein Bike richtig entspannen

Nach dem „Spa“ kann es helfen, das Bike für ein paar Stunden an einem warmen, trockenen Ort stehen zu lassen. So trocknet alles gut durch, und du vermeidest Korrosion an versteckten Stellen.

„Ein Bike ist wie ein guter Freund – wenn du es pflegst, bleibt es dir lange treu. Und manchmal braucht es einfach nur ein bisschen Liebe … und eine neue Kette!“

Egal, ob du dein Mountainbike selbst pflegst oder es zum Profi bringst – denke daran: Ein glückliches Bike sorgt für glückliche Fahrer. Viel Spaß auf den Trails!

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